Schätzungen

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Nicht immer können von allen Messgeräten die Zählerstände am Ende einer Abrechnungsperiode ermittelt werden. Egal ob ein Mieter auch bei mehrmaligem Versuch nicht angetroffen wird oder ein Messgerät ausgefallen ist, Sie werden von Zeit zu Zeit vor dem Problem stehen, den Verbrauch einzelner Zähler nicht durch eine Ablesung bestimmen zu können. In solchen Situationen ist die Schätzung des Zählerstandes zum Ende des Abrechnungszeitraums ein gangbarer und auch in der Heizkostenverordnung vorgesehener Weg, dennoch eine Abrechnung durchführen zu können.

Nachfolgend erhalten Sie eine ausführliche Erläuterung zum Schätzverfahren.

Was wird geschätzt?

Ziel ist es, einen zum Abrechnungsende nicht durch Ablesung ermittelbaren Zählerstand durch eine bestmögliche Schätzung zu ersetzen. Der aus einer Schätzung resultierende Zählerstand ermöglicht - genau wie ein abgelesener Wert - eine Differenzbildung zum Anfangszählerstand und damit die Berechnung eines Verbrauchs. Dieser geht wie gewohnt in den Rechengang ein.

Es kann immer nur der letzte Zählerstand eines Zählers innerhalb einer Abrechnungsperiode geschätzt werden. Versäumte Zwischenablesungen werden stets nach Tagen oder Gradtagen aus Anfangs- und Endzählerstand ermittelt, wobei der Endzählerstand auch geschätzt sein kann.

Wie wird geschätzt?

Ein guter Anhaltspunkt zur Schätzung eines Zählerstandes ist die Kenntnis des Verbrauchs des betroffenen Zählers aus früheren Abrechnungsperioden. Die Schätzung wird in der Regel umso genauer je mehr „alte“ Verbrauchswerte vorliegen. Ein aus dem Mittelwert mehrerer vergangener Abrechnungsperioden gebildeter Verbrauch kann als sehr plausible Grundlage zur Bestimmung eines Schätzwertes herangezogen werden. Der zu schätzende Zählerstand ergibt sich aus der Summe des Anfangsstandes und des gemittelten Verbrauchs.

Dieses Verfahren funktioniert, wenn Verbrauchswerte aus früheren Abrechnungsperioden vorliegen. Ist das nicht der Fall, so kann nur auf Vergleichswerte des aktuellen Abrechnungszeitraums zurückgegriffen werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, den Verbrauch eines Zählers aus dem Durchschnittsverbrauch aller ablesbarer Zähler in der Liegenschaft abzuleiten. Dieser Ansatz lässt sich bei Heizkostenverteilern verfeinern, wenn bei der Durchschnittsbildung nur Zähler herangezogen werden, die in gleichen Räumen montiert sind.

Wie funktioniert es konkret?

Beim Eingeben der Verbrauchswerte im eddi24 Kundencenter finden Sie bei jedem Zähler ein Kombinationsfeld (Auswahlfeld) mit der Bezeichnung "Art" der Verbrauchsermittlung. Mittels dieses Auswahlfeldes legen Sie fest, wie der Verbrauch für den zugehörigen Zähler zustande kommt. Im Regelfall wählen Sie hier "A" für einen abgelesenen Wert aus und tragen diesen in der Spalte links daneben ein. Darüber hinaus bietet das Kombinationsfeld "Art" die Möglichkeit, ein Schätzverfahren anzugeben. In diesen Fällen ist dann keine manuelle Eingabe des zugehörigen Zählerstandes möglich. Statt dessen wird der Zählerstand vom System automatisch entsprechend des gewählten Verfahrens berechnet.

Die nachfolgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über alle Auswahlmöglichkeiten, die das Kombinationsfeld "Art" gestattet.

ArtBedeutungSystemreaktion
A Ablesung. Regelfall für den letzten Mieter im Abrechnungszeitraum Im Feld "Neu" wird die Eingabe des abgelesenen Zählerstandes zum Ende des Abrechnungszeitraums erwartet.
ZA Zwischenablesung. Sollte der Regelfall bei innerhalb des Abrechnungszeitraums ausziehenden Mietern sein. Im Feld "Neu" wird die Eingabe des abgelesenen Zählerstandes bei Auszug des Mieters innerhalb des Abrechnungszeitraums erwartet.
B Alternative zu ZA, wenn keine Zwischenablesung durchgeführt, oder vergessen wurde. Der zugehörige Zählerstand wird während des Rechengangs aus dem Gesamtverbrauch des Zählers ermittelt. Dies geschieht anhand der Anzahl Gradtage bei Heizkostenverteilern oder Wärmezählern und anhand von Tagen bei Wasserzählern. Der ermittelte Zählerstand ist im Web erst nach einer erfolgten Abrechnung zu sehen.
H1 Schätzung: Heranziehen des Vorjahresverbrauchs. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Vorjahresverbrauch des betroffenen Zählers vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
H2 Schätzung: Heranziehen des Durchschnittsverbrauchs der letzten zwei Jahre. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch des betroffenen Zählers der letzten zwei Jahre vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
H3 Schätzung: Heranziehen des Durchschnittsverbrauchs der letzten drei Jahre. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch des betroffenen Zählers der letzten drei Jahre vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
H4 Schätzung: Heranziehen des Durchschnittsverbrauchs der letzten vier Jahre. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch des betroffenen Zählers der letzten vier Jahre vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
H5 Schätzung: Heranziehen des Durchschnittsverbrauchs der letzten fünf Jahre. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch des betroffenen Zählers der letzten fünf Jahre vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
D6 Schätzung: Bilden des Mittelwerts aller Zähler gleichen Typs. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch aller Zähler gleichen Typs der aktuellen Abrechnungsperiode vom System in das Feld "Neu" eingetragen.
D7 Schätzung: Bilden des Mittelwerts aller Zähler gleichen Typs im gleichen Raum. Nach dem Betätigen von Speichern, wird der Durchschnittsverbrauch aller Zähler gleichen Typs im gleichen Raum der aktuellen Abrechnungsperiode vom System in das Feld "Neu" eingetragen.

Bitte beachten Sie, dass niemals alle Auswahlmöglichkeiten zur gleichen Zeit zur Verfügung stehen. Zwischenablesungen sind z.B. nur bei ausziehenden Mietern möglich, historische Schätzungen nur dann, wenn tatsächlich Verbrauchswerte aus früheren Abrechnungsperioden vorliegen. Die Liste des Kombinationsfeldes wird dynamisch an die jeweilige Situation angepasst.

 

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